Samstag, 1. September 2012
Mittwoch, 15. August 2012
Labyrinth
Ich habe aus einem Karton einer Kaskadendomlieferung ein kleines Labyrinth gebastelt (90x60x20). Wir finden es super! :D

| Eine Kunststoffscheibe eines nicht benötigten Bilderrahmens sorgt für Durchblick. |
| Richie und Tommy |
| Jupp verschwindet hinten in der Röhre, vorne knuspert Richie |
| Jupp mit einem Kürbiskern in der Schnute :) |
Montag, 13. August 2012
Joey
Jedes Tier hat innerhalb seiner (evolutionär entwickelten) Vorstellungs- und Erfahrungswelt Handlungsoptionen, innerhalb derer es wählen kann. Ständig müssen Sachverhalte abgewogen und Entscheidungen getroffen werden. Bei sozialen Lebewesen kommt noch das Verhalten innerhalb der Gruppe hinzu. Was kann ich wem gegenüber machen oder nicht? Gar nicht so leichte Entscheidungen. Dabei spielt natürlich auch der Charakter eine Rolle. Mr. Ich-will-mit-dem-Kopf-durch-die-Wand wird sich sicherlich mit mehr Nachdruck gegenüber seinen Kollegen durchsetzten als ein Diplomat.
Mein Rudelchef Juri ist zum Beispiel so ein Diplomat. Als Rattenkind hatte er nur herumkaspern im Sinn und bei ihm dachte ich immer: der wird kein Chef, der wird allenfalls ein Chef-Kumpel.
Aufgrund einer Integration mit einer etwas jüngeren Jungsgruppe kam er fast automatisch dennoch in diese Position und es ist interessant zu beobachten, wie er versucht, sich mit relativ milden Mitteln zu behaupten. Ich glaube, lange wird er das so nicht durchhalten....
Aber um Juri sollte es hier eigentlich garnicht gehen, sondern um Joey.
Der kleine "schwarze Teufel" hat eine seltsame Handlungsoption gewählt, seine zwar größeren, aber mit weniger Durchsetzungsvermögen ausgestatteten Brüder zu ... ja ... ärgern? zu quälen?
Er beißt seinen flüchtenden Brüdern in die Schwanzspitzen. Sie versuchen vor ihm meist in Hütten oder Hängematten Schutz zu suchen. Das einzige, was herausschaut oder herunterbaumelt, sind ihre Schwänzchen. Dort beißt er dann beherzt rein. Übrigens auch, wenn gar keine Verfolgungsjagd stattgefunden hat, sondern auch dann, wenn er einfach -aus nur ihn bekannten Gründen etwas gereizt- zufällig des Weges kommt und ein Schwänzchen baumeln sieht, wird ordentlich rein gebissen. Das blutet natürlich fürchterlich und im Dom sieht es regelmäßig aus wie im Schlachthaus.
Dabei weiß er genau, welches Schwänzchen da baumelt, denn wohlweislich beißt er weder Chef Juri noch seinen Bruder Jupp (das aber nicht, weil Jupp ihm überlegen wäre, sondern weil er ein massives sexuelles Interesse an Kastrat Jupp hat.)
Ich finde das Verhalten ungewöhnlich, denn in der Tat habe ich schon viele Verfolgungsjagden erlebt und es wäre ein leichtes, die Gejagten mit einen Biß in den Schwanz aufzuhalten. Das wird aber nicht gemacht.Warum eigentlich?
Weil er seine Brüder immer und immer wieder blutig gebissen hat und sich auch nach längerer Zeit keine Tendenz zur Änderung abzeichnetete, musste ich dafür sorgen, dass sich an seinem Options-Kasten "Gewaltanwendung" etwas ändert - ich habe ihn am 06.08. kastrieren lassen.
Es tut mir Leid Joey, aber im Sinne deiner Brüder ging es wirklich nicht anders.
Nach einer Woche kann ich sagen: sehr gute Entscheidung! Die ganze Gruppe ist sichtlich entspannter, seit Joey keine "Anfälle" mehr bekommt. Alle sind wieder viel aktiver. Auch Jupp wird nicht mehr pausenlos bestiegen, was sich auf beider Stresslevel wunderbar entspannend auswirkt.
Endlich wieder ein lässiges Jungs-Rudel :)
Mein Rudelchef Juri ist zum Beispiel so ein Diplomat. Als Rattenkind hatte er nur herumkaspern im Sinn und bei ihm dachte ich immer: der wird kein Chef, der wird allenfalls ein Chef-Kumpel.
Aufgrund einer Integration mit einer etwas jüngeren Jungsgruppe kam er fast automatisch dennoch in diese Position und es ist interessant zu beobachten, wie er versucht, sich mit relativ milden Mitteln zu behaupten. Ich glaube, lange wird er das so nicht durchhalten....
Aber um Juri sollte es hier eigentlich garnicht gehen, sondern um Joey.
Der kleine "schwarze Teufel" hat eine seltsame Handlungsoption gewählt, seine zwar größeren, aber mit weniger Durchsetzungsvermögen ausgestatteten Brüder zu ... ja ... ärgern? zu quälen?
Er beißt seinen flüchtenden Brüdern in die Schwanzspitzen. Sie versuchen vor ihm meist in Hütten oder Hängematten Schutz zu suchen. Das einzige, was herausschaut oder herunterbaumelt, sind ihre Schwänzchen. Dort beißt er dann beherzt rein. Übrigens auch, wenn gar keine Verfolgungsjagd stattgefunden hat, sondern auch dann, wenn er einfach -aus nur ihn bekannten Gründen etwas gereizt- zufällig des Weges kommt und ein Schwänzchen baumeln sieht, wird ordentlich rein gebissen. Das blutet natürlich fürchterlich und im Dom sieht es regelmäßig aus wie im Schlachthaus.
Dabei weiß er genau, welches Schwänzchen da baumelt, denn wohlweislich beißt er weder Chef Juri noch seinen Bruder Jupp (das aber nicht, weil Jupp ihm überlegen wäre, sondern weil er ein massives sexuelles Interesse an Kastrat Jupp hat.)
Ich finde das Verhalten ungewöhnlich, denn in der Tat habe ich schon viele Verfolgungsjagden erlebt und es wäre ein leichtes, die Gejagten mit einen Biß in den Schwanz aufzuhalten. Das wird aber nicht gemacht.Warum eigentlich?
Weil er seine Brüder immer und immer wieder blutig gebissen hat und sich auch nach längerer Zeit keine Tendenz zur Änderung abzeichnetete, musste ich dafür sorgen, dass sich an seinem Options-Kasten "Gewaltanwendung" etwas ändert - ich habe ihn am 06.08. kastrieren lassen.
Es tut mir Leid Joey, aber im Sinne deiner Brüder ging es wirklich nicht anders.
Nach einer Woche kann ich sagen: sehr gute Entscheidung! Die ganze Gruppe ist sichtlich entspannter, seit Joey keine "Anfälle" mehr bekommt. Alle sind wieder viel aktiver. Auch Jupp wird nicht mehr pausenlos bestiegen, was sich auf beider Stresslevel wunderbar entspannend auswirkt.
Endlich wieder ein lässiges Jungs-Rudel :)
Sonntag, 12. August 2012
Freitag, 13. Juli 2012
Haben Ratten Rechte?
Wir verformen ihre Körper, bis sie nicht mehr wie Ratten aussehen - machen sie haarlos, schwanzlos und versetzen ihre Ohren. Wir pressen sie in unser mageres Zeit- und Finanzbudget. Wir sperren sie für den Auslauf in kleine Kammern oder hinter riesige Absperrwände - die meisten bekommen gar keinen Auslauf. Wir halten sie zu zweit und kaufen Rattenkinder einzeln und schädigen mit beidem nachweislich ihre Entwicklung. Und weil daraus Verhaltensprobleme entstehen, verabreichen wir ihnen Medikamente und kastrieren sie. Kastriert werden Jungs grundsätzlich, weil sie riechen, weil die Hoden hässlich sind, weil wir Schmusetiere haben wollen, weil...
Es wird Zeit, dass sich was dreht.
In der nächsten Rodentia, die unter dem Thema "Kleinsäuger im Tierschutz" am 31. August erscheint, wird es einen Artikel zur Kastrationsfrage bei Ratten geben. Das Thema wird als kontrovers bezeichnet und in den Ring steigen die in verschiedenen Foren bekannten Kastrationsgegner hartmut und SpringenderPunk(t).
Hartmut hat bereits im Rattgeber über das Thema geschrieben. Auf seiner Homepage Rattenschaden stellt er den Text als Download zur Verfügung.
Es wird Zeit, dass sich was dreht.
In der nächsten Rodentia, die unter dem Thema "Kleinsäuger im Tierschutz" am 31. August erscheint, wird es einen Artikel zur Kastrationsfrage bei Ratten geben. Das Thema wird als kontrovers bezeichnet und in den Ring steigen die in verschiedenen Foren bekannten Kastrationsgegner hartmut und SpringenderPunk(t).
Hartmut hat bereits im Rattgeber über das Thema geschrieben. Auf seiner Homepage Rattenschaden stellt er den Text als Download zur Verfügung.
Samstag, 7. Juli 2012
Von Hinterhirnis und Vorderhirnis
| *wow* ein echter Karen Pryor Clicker^^ |
Am Mittwoch war die Veranstaltung "Wie lernt mein Hund? Basiswissen für erfolgreiches Training" (siehe auch diesen Blogbeitrag).
Nachdem ich meine Teilnahme zugesagt habe, schloss sich auch besagte hundehaltende Freundin an. Bei anderen löste meine Teilnahme wohl zunächst Verwirrung aus. "Ist die jetzt auch auf den Hund gekommen?". Nope :)
Es war eine tolle gemütliche Veranstaltung mit etwa 10 Personen. Ich war die einzige Nicht-Hundehalterin und es haben sich wohl einige gewundert, weshalb Uli, die den Vortrag hielt, mich auch direkt mit kurzen Hinweisen zur Rattenkonditionierung ansprach *hihi*. Beim nächsten Vortrag im August bin ich auf jeden Fall wieder dabei.
Es ging natürlich in dieser ersten Veranstaltung um die allgemeinen Grundzüge der Konditionierung. Dabei muss zunächst die klassische Konditionierung von der operanten Konditionierung unterschieden werden. Bei der klassischen Konditionierung hat der Organismus (völlig egal, ob Mensch oder Tier) keine Kontrolle über den Reiz oder die Reaktion. Hierbei wird ein neutraler Reiz (etwas völlig weltfremdes wie eine Glocke oder so) mit einem auslösenden Reiz (das kann alles sein, was bestimmte Reaktionen nach sich zieht wie Futter, aber auch Gefahrensituationen usw.) verknüpft. Der Organismus lernt, beides miteinander zu verbinden oder gleichzusetzen, so dass eine bestimmte Reaktion (Speichelfluss oder Flucht oder welches Verhalten ein bestimmter Reiz auch immer nach sich zieht) auch dann erfolgt, wenn der eigentliche auslösende Reiz gar nicht mehr da ist.
Es ergibt ein reflexartiges Verhalten.
Die Verknüpfung von neutralen Reizen mit auslösenden Reizen passiert immer und ständig. Sie ist die wichtigste Lernform, ebenso einfach wie mächtig, und soll den Organismus vor Schaden bewahren und Gutes tun - auf die einfache (Lebens-)Formel gebracht: suche, was dir gut tut, meide, was dir Angst oder Schmerzen bereitet.
Auslösende Reize wie Angst, Verletzung oder Gefahr verbinden sich ständig mit neutralen Reizen. Es macht nämlich durchaus Sinn sich zu merken, wo es zu gefährlichen Situationen kommt, wer oder was dabei war, wie die Tageszeit war usw. usf. Wir alle versuchen ständig Muster und Zusammenhänge zu finden und scannen dazu sehr aufmerksam unsere Umwelt. Das passiert in jedem und leider können wir in die Wahrnehmungswelt anderer schwer rein schauen. Ein Beispiel von Uli:
Ein Hund, der Angst vorm Tierarzt hat, wird sehr viel Gehirnschmalz dafür einsetzen zu erkennen, wann es wieder soweit ist. Schließlich heißt die Weltenformel: suche Gutes, meide Schlechtes. Er wird den Tierarzt also zunächst mit der Praxis verknüpfen. Dann mit dem Haus. Dann mit der Straße. Dann mit dem Auto. Dann mit einem bestimmten Verhalten seines Besitzers. Sehr schlau. Der neutrale Reiz Autofahren hat sich nun mit dem auslösenden Reiz Tierarzt verknüpft. Als Reaktion entsteht Fluchtverhalten, Angst, Meideverhalten. Wie kann man diesen "Rattenschwanz" an Verknüpfungen wieder aufbrechen? Das ist auch dann zu bedenken, wenn man ein Tier aufnimmt, dessen Vorgeschichte man nicht kennt. Wenn es Angst vor einem bestimmten Gegenstand oder in einer bestimmten Situation zeigt, muss die Ursache dafür nicht direkt im Zusammenhang mit dem Gegenstand liegen (es muss schlechte Erfahrungen mit Autos gemacht haben). Nein - die Kausalkette kann viel länger und vertrackter sein.
Bei der operanten Konditionierung kann der Organismus in seine Umwelt aktiv eingreifen. "Operant" heißt wörtlich, "die Umwelt beeinflussend" oder "in ihr wirksam werdend". Hierbei werden bestimmte Erfahrungen gemacht, die als gut oder schlecht wahrgenommen werden und die dementsprechend die Häufigkeit gezeigter Verhaltensweisen verstärken oder abschwächen. Ein Beispiel von dieser Seite:
Ein Schüler kommt wiederholt verspätet in den Schulunterricht. Da die Mitschüler bewundernd lachen und die Lehrer nichts gegen den Regelverstoß unternehmen, empfindet der Schüler die Konsequenz für sein Verhalten als positiv.Bei der operanten Konditionierung werden vier Konsequenztypen unterschieden, bei denen die wirkungsvollste die positive Verstärkung ist. Bei allen anderen (positive Strafe, negative Strafe), die mit einer Abschwächung der gezeigten Verhaltensweisen arbeiten (Strafen, Bestrafen) können unkalkulierbare Nebenwirkungen entstehen. Aus diesem Grund lehnt die Hundetrainerin die Arbeit mit diesen Konsequenztypen ab (wie es zum Beispiel andere *bekannte-hüstel* Hundetrainer durchaus gern machen.)
Durch diesen positiven Verstärker wird der Schüler voraussichtlich auch in Zukunft zu spät kommen, um wieder in den Genuss des Verstärkers zu kommen.
Ein Grund, weshalb die Arbeit mit Strafen nicht sinnvoll ist, erklärt das Konzept der Hinterhirnis und Vorderhirnis (tolle Begriffe, die wir übrigens nun fortan auf alles und jeden anwenden :). Wer Angst hat, befindet sich in einem emotionalen Zustand, in dem er nicht mehr überlegt denken kann. Räumlich gesehen befindet er sich in hinteren Gehirnbereichen. Ein Hinterhirni. Wird dieser Zustand mit etwas weiterem Negativen verknüpft - denn die klassische Konditionierung arbeitet immer mit!- wie zum Beispiel einem strafenden Halter, ist das Konfliktpotenzial vorprogrammiert.
Damit man mit positiver Verstärkung arbeiten kann, muss man den Hinterhirni aber zunächst ins Vorderhirni (Denken) bringen.
Und hier wurde es spannend (und neun Hundehalter und ein Rattenhalter beugten sich lauschend vor).
Kennt das Tier einen Clicker, kann man es damit "zurückholen". Erstaunlicherweise riet Uli, eine Ratte (mein interner Übersetzer funktionierte hervorragend. Uli sprach natürlich von einem Hund ;) von einem unerwünschten Verhalten abzuhalten, indem man "einfach reinklickt". Normalerweise soll der Clicker erwünschtes Verhalten belohnen und damit verstärken, d.h. es soll öfter gezeigt werden. Wenn man jetzt bei unerwünschtem Verhalten "reinklickt", würde es ja das Verhalten verstärken. So dachten jedenfalls wir Zuhörer.
Der Punkt ist, dass man auch mal klickern kann, um die Aufmerksamkeit zu bekommen. "Wie? Was habe ich getan? Warum wurde geklickt?". Irgendwann wird das Tier in dieser Situation den Klick erwarten und das eigentliche Vorhaben (das unerwünschte Verhalten) unterbrechen. Dann hat man seinen Vorderhirni und kann in diesem Zustand weiterarbeiten.
Als Beispiel: ein Hund soll nicht einfach etwas fressen, was draußen auf dem Boden liegt. Wird kurz vorm Fressen geklickt, erwartet der Hund beim nächsten Mal diesen Klick und wird auf dem Weg zum auf dem Boden liegenden Essen zum Halter schauen. Perfekt. Hier kann man weitermachen.
Soweit erst mal.
Das ganze, obwohl evolutionär genial einfach gestrickt, ist doch eine sehr komplexe Angelegenheit. Ich selbst kann mich nur mühsam an die Begriffe gewöhnen. Wichtig ist, dass diese Konzepte auch dann hilfreich sind, wenn man überhaupt nicht vorhat, seinen Tieren über Clickertraining eine Beschäftigungsmöglichkeit zu bieten.
Lernen am Erfolg und daraus resultierender verstärkte Einsatz -also positive Verstärkung- kann man seinen Tieren auch über die "normale" Futterbeschäftigung bieten. Erfolgserlebnisse im Leben sind schließlich ganz ganz wichtige Antriebe :)
Donnerstag, 5. Juli 2012
Ohrenwackeln bei Böckchen
| Integration zweier Pflegetiere (Dio[genes] und Spike) |
Ich versuche zur Zeit zwei Einzelböcke zu integrieren, die sich derzeit bei mir zur Vermittlung befinden. Der große Dio (ca. 6-7 Monate alt) und der kleine Spike (4-5 Monate alt). Dio ist im Prinzip kein Rüpel aber er ist eben der größere und stärkere von beiden und setzte das auch durch. Heute verhielt er sich allerdings sehr ruhig und irgendwie ein wenig...erstaunt. Er borstelte nicht und hielt sich eher flach am Boden. Irgendwann kam Bewegung in die zwei und Spike, der vorher eigentlich Auswege aus dem Integrationsgebiet suchte, versuchte nun mehrer Aufritte. Dios verhielt sich dann tatsächlich wie ein Mädchen und zeigte das für diese so typische Ohrenwackeln. Total schräg.
Ich habe das Treffen dann beendet, weil beide anschließend ziemlich hektisch hin und her liefen und Dio wie gewohnt Spike ziemlich hart anging.
Faszinierend...
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