Posts mit dem Label Hobo werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Hobo werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Donnerstag, 16. Dezember 2010
Hobo † 16.12.2010
Im August 2009 hat Monique Hobo aus dem Tierheim Chemnitz geholt. Fundtier. Alter unbekannt, aber schon ausgewachsen.
Als sie ihn mit einem Mitarbeiter aus dem Käfig holen wollte, hat er sich gewehrt wie fünf Furien. Ich habe mir die Geschichte von dem "Hornochsen" oft erzählen lassen und höre sie immer wieder gern, denn er hat sich als Menschenfreund entpuppt aber auch als leicht reizbarer Rudelkollege. Ich habe ihn am 17.09.2009 aufgenommen. Er kam damals zu den halbstarken Harvey und Humboldt und dem guten alten Beppo, der sich trotz aller hoboesker Darbietungen als Rudelchef behauptet hat.
Er war zwar nicht kerngesund, dennoch kam sein Ende völlig unvorbereitet. Ihm ging es gestern abend plötzlich sehr schlecht. Kortison und Theophyllin konnten ihm nicht mehr helfen. Heute morgen habe ich ihn gehen lassen.
Machs gut, Bärchen. Du warst ein ganz lieber Schatz, hattest einen ganz aussergewöhnlichen Charakter und es war wunderbar, dich kennengelernt haben zu dürfen.
Freitag, 15. Oktober 2010
Manche Tage...
Es ist viel passiert in der letzten Woche. Und wie das so ist, dann hat man halt keine Zeit (und Nerven) mehr für einen fast schon lästig werdenden Blog. Da ich aber weiß, dass ich mich in einigen Jahren über das Nachgelesene freue, hier also die Zusammenfassung (es wird trotzdem lang).
Die Inti-Treffen habe ich ausgesetzt. Bei Hobo habe ich letzte Woche (05.10.) einen dicken blauen Hoden entdeckt. Beim Tierarzt haben wir entschieden, erstmal von einem Hämatom auszugehen. Er bekam seitdem von mir täglich etwas Kortison, zwecks Abschwellung. Seit Sonntag (10.10.) ist der Hoden auch wieder normal - soweit die gute Nachricht. Die schlechte: er hat stark abgenommen. Bei solchen Gelegenheiten schnarch ich natürlich immer in die entsprechenden GVE-Threads vom Rattenforum. Als Jugendliche habe ich mir immer die Horror-Bilder des medizinischen Lexikons meiner Eltern betrachtet. Die Haare standen einem zu Berge und beim Durchlesen der Symptome stellt man alle Krankheiten bei sich selbst fest. So ähnlich ist es bei den GVE-Threads zu blauen Hoden. Man kann sich praktisch schon mal von seinem Tier verabschieden. Jemand berichtete von Gewichtsabnahme bei Kortisongabe - in der Richtung hoffe ich also noch. Was mich befürchten lässt, dass der Hoden nur eine Begleiterscheinung von etwas viel Schlimmeren ist: Hobo riecht nicht wie ein Rattenjunge sondern wie Spüli und seine Kollegen versuchen seit 2-3 Wochen bei ihm aufzureiten. Ein Hormonproblem scheint da auf alle Fälle vorzuliegen. Ich schleich das Kortison aus und beobachte sein Gewicht akribisch. Mal sehen.
Dann war da Samstag, der 09.10. Der Tag darf von mir aus gestrichen werden. Eine Frau hatte sich tags zuvor gemeldet, deren säugende Rattenmutter erst totgeglaubt, dann doch aber noch lebend, sich in einem sehr kritischen Zustand befindet. Zum Tierarzt könne man nicht gehen, man sei ja schließlich auch nicht Rockefeller.
A. hat eine Nacht und einen halben Tag damit verbracht, die Frau davon zu überzeugen, dass sie Hilfe annehmen soll, endlich die Adresse bekommen und ist zu ihr hingefahren. Das Weibchen ist halb tot. Was tun? M. und ich waren gerade im Tierheim, als ihr Anruf kam. "Alles einpacken, ich rufe T. an, ihr trefft euch alle bei A. und fahrt in die Uniklinik mit der Maus". Ich bin also in die Bahn, und eine halbe Stunde später saßen wir alle bei T. im Auto auf dem Weg zur Klinik. Dort angekommen, sah ich die Rattenmutter das erste Mal. Sie lag auf der Seite mit eingefallenen Flanken und flacher Atmung. Achduscheiße! Es gab ein kurzes Formularhickhack, in dessen Verlauf sich A. für die Rolle des Bad-Cop entschied, ich dann die übriggebliebene Good-Cop Rolle übernahm. Die Tierärztin konnte übrigens beides in einem - faszinierend. Aber mit einer halbtoten Maus in der Box fällt das korrekte Ausfüllen des Anmeldebogens halt schwer. Und trotz borstelns von A. und wildem Augenfunkeln, begriffen sie nur sehr langsam, dass es sich bei dem Tier nicht um unser eigenes handelte, wir also auch den Namen des Tieres nicht in das Formular eintragen konnten. Absolut bizarre Situation. Es wurde schlimmer als wir reingebeten wurden und uns 3 Tiermedizin-Studenten gegenüber standen.
"Guten Tag, wir studieren Tiermedizin und wir machen jetzt die Anamnese. "
"*seufz*"
"Also das Tier hat nichts mehr gefressen?"
A. und ich schauen erst uns dann die apathische Maus vor uns an. Was soll man dazu sagen? Wo anfangen?
Wir sind genervt und hochgradig mit Adrenalin vollgepumpt. Die Studenten stellen die falschen Fragen und wir haben keine Lust sie zu pampern. Die Tierärztin gibt schließlich Aufbauspritzen und uns noch entsprechende Medikamente mit. Viel Hoffnung besteht nicht.
Wir rasen wieder zu A. und - genau, da sind ja noch die 19 (!) hungrigen Welpen der Rattenmutti. Wir teilen sie auf. Die eine Hälfte nimmt T. mit, für die anderen bereitet A. schnell das Essen zu. Wir fangen an sie zu füttern und verzückt stellen wir fest, dass die Kleinen (ca. 2 Wochen alt) gut essen. Kein Vergleich zu Shrimps. Bis ich Geräusche von der Rattenmutti höre, die wir auf dem Snugglesafe in der Box zur Ruhe gebettet haben. Sie atmet schlecht und wir wollen ihr noch etwas Flüssigkeit einflößen. Nach 30 Sekunden komme ich wieder aus der Küche zu ihr - da ist sie gestorben. Wir sind beide wie betäubt und betrachten die tote Maus. Nach einem halben Tag im Zeitraffer-Tempo steht nun die Zeit still und ich drücke die Maus an mich, als könnte man etwas damit ändern. Das darf alles nicht wahr sein.
Bis heute sind alle Welpen durchgekommen. Ein Sorgenkind bleibt noch. Die Geschwister der Rattenmutter sind wohlauf. Ich bin mit ihnen Montag und Dienstag zum Tierarzt, zwecks Alizin. Wir beobachten sie mit Argusaugen. Der verbliebene Rattenbock wird wohl Morgen aus der Wohnung geholt. Wir hoffen inständig, dass sich damit für die Halterin das Thema Ratten erledigt hat.
Achso, unnötig zu sagen, dass die Tragödie im Zooladen seinen Anfang nahm. Die Brutstätte, in der Kreti und Pleti regelmäßig zusammenkommen um neues Leid zu produzieren, indem verantwortungslosen Haltern Tiere mit falschen Geschlechtsangaben verkauft werden...
So, dann ist da noch mein neuer Schützling. Ein Böckchen aus dem Tierheim Ostrau. Er wurde mit einem weiteren Böckchen gefunden und vor einem halben Jahr ins Tierheim gebracht. Seitdem sitzen sie dort. Sein Kumpel musste vor 3 Wochen eingeschläfert werden - nun sitzt er auch noch allein. Wegen der besseren Vermittlungschancen, habe ich angeboten, ihn zu mir zu nehmen. Einzeltiere aufnehmen ist das Schlimmste, was man sich antun kann. Angesichts seines Leids ist Selbstmitleid allerdings wohl kaum angebracht.
Er ist ein aufgeschlossenes aber zurückhaltendes, sehr süßes Kerlchen. Ich versuche ihn zu motivieren, was sehr schwer ist. Er hat zwar schnell seinen Käfig erkundet bzw. "gesichert", aber nun scheint er sich wieder in sich zu verkriechen. Spielzeug, bei dem er sich das Futter erarbeiten muss, wird nur zögerlich beachtet.
Beim ersten Auslauf setzte er sich in eine Ecke und blieb. Auch, nachdem ich zwischenzeitlich rausging um Frischfutter zuzubereiten - als ich wieder reinkam, saß er immernoch in seiner Ecke. So ein armer Drops.
Gestern war er etwas mobiler im Auslauf und zwischen seinen Erkundungsausflügen kam er immer wieder auf meinen Schoß. Ich weiß nicht so recht, was er von mir möchte. Er wirkt noch sehr unsicher und zittert auch manchmal. Und er pustet oder schnauft ab und zu, wenn ich ihn streichel. Sehr seltsam. Mit borsteln würde ich das verstehen, aber so verhält er sich im Ganzen sehr ambivalent.
Wir tasten uns halt beide vorsichtig aneinander heran - er ist verunsichert und ich will ihn nicht überfordern. In einigen Tagen kann ich mehr über ihn erzählen. Mein Herz hat er jedenfalls schon :) Ich hoffe, wir finden bald ein schönes neues Zuhause für ihn.
Hier noch seine "Werbe-Bilder":
Aufnahmedatum: 10.10.2010
Alter: ca. 1,5 bis 2 1/4 Jahre
Fundtier, Vollbock, Ostrau
Die Inti-Treffen habe ich ausgesetzt. Bei Hobo habe ich letzte Woche (05.10.) einen dicken blauen Hoden entdeckt. Beim Tierarzt haben wir entschieden, erstmal von einem Hämatom auszugehen. Er bekam seitdem von mir täglich etwas Kortison, zwecks Abschwellung. Seit Sonntag (10.10.) ist der Hoden auch wieder normal - soweit die gute Nachricht. Die schlechte: er hat stark abgenommen. Bei solchen Gelegenheiten schnarch ich natürlich immer in die entsprechenden GVE-Threads vom Rattenforum. Als Jugendliche habe ich mir immer die Horror-Bilder des medizinischen Lexikons meiner Eltern betrachtet. Die Haare standen einem zu Berge und beim Durchlesen der Symptome stellt man alle Krankheiten bei sich selbst fest. So ähnlich ist es bei den GVE-Threads zu blauen Hoden. Man kann sich praktisch schon mal von seinem Tier verabschieden. Jemand berichtete von Gewichtsabnahme bei Kortisongabe - in der Richtung hoffe ich also noch. Was mich befürchten lässt, dass der Hoden nur eine Begleiterscheinung von etwas viel Schlimmeren ist: Hobo riecht nicht wie ein Rattenjunge sondern wie Spüli und seine Kollegen versuchen seit 2-3 Wochen bei ihm aufzureiten. Ein Hormonproblem scheint da auf alle Fälle vorzuliegen. Ich schleich das Kortison aus und beobachte sein Gewicht akribisch. Mal sehen.
Dann war da Samstag, der 09.10. Der Tag darf von mir aus gestrichen werden. Eine Frau hatte sich tags zuvor gemeldet, deren säugende Rattenmutter erst totgeglaubt, dann doch aber noch lebend, sich in einem sehr kritischen Zustand befindet. Zum Tierarzt könne man nicht gehen, man sei ja schließlich auch nicht Rockefeller.
A. hat eine Nacht und einen halben Tag damit verbracht, die Frau davon zu überzeugen, dass sie Hilfe annehmen soll, endlich die Adresse bekommen und ist zu ihr hingefahren. Das Weibchen ist halb tot. Was tun? M. und ich waren gerade im Tierheim, als ihr Anruf kam. "Alles einpacken, ich rufe T. an, ihr trefft euch alle bei A. und fahrt in die Uniklinik mit der Maus". Ich bin also in die Bahn, und eine halbe Stunde später saßen wir alle bei T. im Auto auf dem Weg zur Klinik. Dort angekommen, sah ich die Rattenmutter das erste Mal. Sie lag auf der Seite mit eingefallenen Flanken und flacher Atmung. Achduscheiße! Es gab ein kurzes Formularhickhack, in dessen Verlauf sich A. für die Rolle des Bad-Cop entschied, ich dann die übriggebliebene Good-Cop Rolle übernahm. Die Tierärztin konnte übrigens beides in einem - faszinierend. Aber mit einer halbtoten Maus in der Box fällt das korrekte Ausfüllen des Anmeldebogens halt schwer. Und trotz borstelns von A. und wildem Augenfunkeln, begriffen sie nur sehr langsam, dass es sich bei dem Tier nicht um unser eigenes handelte, wir also auch den Namen des Tieres nicht in das Formular eintragen konnten. Absolut bizarre Situation. Es wurde schlimmer als wir reingebeten wurden und uns 3 Tiermedizin-Studenten gegenüber standen.
"Guten Tag, wir studieren Tiermedizin und wir machen jetzt die Anamnese. "
"*seufz*"
"Also das Tier hat nichts mehr gefressen?"
A. und ich schauen erst uns dann die apathische Maus vor uns an. Was soll man dazu sagen? Wo anfangen?
Wir sind genervt und hochgradig mit Adrenalin vollgepumpt. Die Studenten stellen die falschen Fragen und wir haben keine Lust sie zu pampern. Die Tierärztin gibt schließlich Aufbauspritzen und uns noch entsprechende Medikamente mit. Viel Hoffnung besteht nicht.
Wir rasen wieder zu A. und - genau, da sind ja noch die 19 (!) hungrigen Welpen der Rattenmutti. Wir teilen sie auf. Die eine Hälfte nimmt T. mit, für die anderen bereitet A. schnell das Essen zu. Wir fangen an sie zu füttern und verzückt stellen wir fest, dass die Kleinen (ca. 2 Wochen alt) gut essen. Kein Vergleich zu Shrimps. Bis ich Geräusche von der Rattenmutti höre, die wir auf dem Snugglesafe in der Box zur Ruhe gebettet haben. Sie atmet schlecht und wir wollen ihr noch etwas Flüssigkeit einflößen. Nach 30 Sekunden komme ich wieder aus der Küche zu ihr - da ist sie gestorben. Wir sind beide wie betäubt und betrachten die tote Maus. Nach einem halben Tag im Zeitraffer-Tempo steht nun die Zeit still und ich drücke die Maus an mich, als könnte man etwas damit ändern. Das darf alles nicht wahr sein.
Bis heute sind alle Welpen durchgekommen. Ein Sorgenkind bleibt noch. Die Geschwister der Rattenmutter sind wohlauf. Ich bin mit ihnen Montag und Dienstag zum Tierarzt, zwecks Alizin. Wir beobachten sie mit Argusaugen. Der verbliebene Rattenbock wird wohl Morgen aus der Wohnung geholt. Wir hoffen inständig, dass sich damit für die Halterin das Thema Ratten erledigt hat.
Achso, unnötig zu sagen, dass die Tragödie im Zooladen seinen Anfang nahm. Die Brutstätte, in der Kreti und Pleti regelmäßig zusammenkommen um neues Leid zu produzieren, indem verantwortungslosen Haltern Tiere mit falschen Geschlechtsangaben verkauft werden...
So, dann ist da noch mein neuer Schützling. Ein Böckchen aus dem Tierheim Ostrau. Er wurde mit einem weiteren Böckchen gefunden und vor einem halben Jahr ins Tierheim gebracht. Seitdem sitzen sie dort. Sein Kumpel musste vor 3 Wochen eingeschläfert werden - nun sitzt er auch noch allein. Wegen der besseren Vermittlungschancen, habe ich angeboten, ihn zu mir zu nehmen. Einzeltiere aufnehmen ist das Schlimmste, was man sich antun kann. Angesichts seines Leids ist Selbstmitleid allerdings wohl kaum angebracht.
Er ist ein aufgeschlossenes aber zurückhaltendes, sehr süßes Kerlchen. Ich versuche ihn zu motivieren, was sehr schwer ist. Er hat zwar schnell seinen Käfig erkundet bzw. "gesichert", aber nun scheint er sich wieder in sich zu verkriechen. Spielzeug, bei dem er sich das Futter erarbeiten muss, wird nur zögerlich beachtet.
Beim ersten Auslauf setzte er sich in eine Ecke und blieb. Auch, nachdem ich zwischenzeitlich rausging um Frischfutter zuzubereiten - als ich wieder reinkam, saß er immernoch in seiner Ecke. So ein armer Drops.
Gestern war er etwas mobiler im Auslauf und zwischen seinen Erkundungsausflügen kam er immer wieder auf meinen Schoß. Ich weiß nicht so recht, was er von mir möchte. Er wirkt noch sehr unsicher und zittert auch manchmal. Und er pustet oder schnauft ab und zu, wenn ich ihn streichel. Sehr seltsam. Mit borsteln würde ich das verstehen, aber so verhält er sich im Ganzen sehr ambivalent.
Wir tasten uns halt beide vorsichtig aneinander heran - er ist verunsichert und ich will ihn nicht überfordern. In einigen Tagen kann ich mehr über ihn erzählen. Mein Herz hat er jedenfalls schon :) Ich hoffe, wir finden bald ein schönes neues Zuhause für ihn.
Hier noch seine "Werbe-Bilder":
Aufnahmedatum: 10.10.2010
Alter: ca. 1,5 bis 2 1/4 Jahre
Fundtier, Vollbock, Ostrau
Labels:
Fotos,
Hobo,
Pflegetiere,
Tagebuch,
Tierschutz
Dienstag, 10. August 2010
No. 5
Hobos Pasteurellen melden sich wieder verstärkt zu Wort. Er hat heute etwas Pred und sein 5. AB bekommen.
Baytril
Terramycin
Cefalexin
Amoxiclav
Trimethoprim/Sulfadiazin
...armer Bub. Nur nich' häng'n lass'n, Bärchen!
Trimethoprim/Sulfadiazin
...armer Bub. Nur nich' häng'n lass'n, Bärchen!
Labels:
Fotos,
Hobo,
Pasteurellen,
Tagebuch,
Tierarzt
Sonntag, 20. Juni 2010
Hobo hat Pasteurellen
Vor zwei Monaten, am 06.04.10, hat Hobo das erste Mal ein AB und Cortison gegen Atemwegsprobleme ("Kaffeekocher-Geräusch" in den oberen Atemwegen) bekommen. Langfristig hat es nicht angeschlagen und er hat dann ein zweites AB bekommen. Mitten in der Behandlung und nachdem die Symptome kurzfristig besser wurden, verschlechterte sich die Atmung wieder. Ich habe dann das AB abgesetzt und wir haben nach 5 Tagen einen Rachenabstrich genommen (am 25.05.10). Laut Antibiogramm (Ergebnis kam am 31.05.10) plagt ihn eine Pasteurellen-Spezies. Von den etwa 1 Dutzend AB/AB-Gruppen sollte etwa die Hälfte gegen die Bakterien helfen, die andere Hälfte nicht. Soweit kein nicht ganz so schlechtes Ergebnis, es hätte schlimmer kommen können.
Nach einem erfolglosen dritten AB bekommt er seit dem 15.06.10 jetzt das vierte.
Im Austausch mit anderen Haltern löste die Diagnose Pasteurellen keine Freudensprünge aus. Zudem scheinen sich die Erreger in Ecken zurückziehen zu können, die das AB nicht erreicht. Die Erkrankung kann chronisch werden.
Pasteurellen sind häufiger Auslöser für Atemwegserkrankungen (und auch einiger anderer Erkrankungen wie Neigung zu Abszessen, Augenentzündungen, Innenohrentzündungen) und können auch symptomlos still im Tier schlummern. Bei Ratten werden sie allerdings noch von Mycoplasmen getoppt. Zusammenfassend möchte ich sagen: alles totale Scheiße!
Ich befürchte, dass die Erkrankung bei Hobo chronisch bleibt. Und wie damit umgehen? Da Pasteurellen fast überall schlummern, hilft - vom moralischen Gesichtspunkt abgesehen - eine Isolierung kaum. Bei Kaninchen ist die Infektion gut untersucht und hier empfiehlt man Mast-Betrieben (*örgs*) nur klinisch gesunde Tiere in die Bestände zu holen (dort sind etwa 25 bis 100% der Individuen mit Pasteurellen infiziert.) Grundsätzlich sollte wohl die Erregerdichte ausgedünnt werden - das heisst dann Tiere regelmäßig auswechseln und erkrankte Tiere "ausmerzen" (*örgs2*). Es handelt sich dabei um Empfehlungen für Mastkaninchen, was ich aber damit sagen will: so richtig los werden kann man sie vermutlich nicht, erst recht nicht in der Heimtierhaltung, wo neue Tiere integriert werden und eine Untersuchung auf alle denkbaren offenen oder versteckten Infektionen (Mycos, Pasteurellen, usw.) wohl unrealistisch ist.
Verstärkte Hygienemaßnahmen können aber Helfen, die Erregerdichte zu verdünnen - das betrifft vor allem die Tränken, die wahre Bakterien-Brutstätten sind. D.h. noch mehr abkochen und Tränkenwechsel mit ordentlichem abtrocknen.
Ich werde Hobo noch weiter behandeln. Sollte keine Besserung eintreten, werde ich mit dem Tierarzt eine mögliche Langzeitbehandlung beraten, um zumindest die Symptome für ihn erträglich zu halten. Bis auf das Schnorcheln in den oberen Atemwegen, (was zumindest nicht auftaucht, wenn er schläft, so dass ich hoffe, dass der Schlaf für ihn das ist, was er sein soll - erholsam) ist er aktiv und eine Gewichtsabnahme ist nicht feststellbar. Ob seine "hoboesken" Stimmungsschwankungen mit der Erkrankung zu tun haben oder zu seinem Charakter gehören, vermag ich nicht zu sagen. Da er allerings schon vor Ausbruch der Krankheit so war, gehe ich eher von zweiterem aus ;)
Mit dem Beginn der Integration warte ich also noch etwas.
Nach einem erfolglosen dritten AB bekommt er seit dem 15.06.10 jetzt das vierte.
Im Austausch mit anderen Haltern löste die Diagnose Pasteurellen keine Freudensprünge aus. Zudem scheinen sich die Erreger in Ecken zurückziehen zu können, die das AB nicht erreicht. Die Erkrankung kann chronisch werden.
Pasteurellen sind häufiger Auslöser für Atemwegserkrankungen (und auch einiger anderer Erkrankungen wie Neigung zu Abszessen, Augenentzündungen, Innenohrentzündungen) und können auch symptomlos still im Tier schlummern. Bei Ratten werden sie allerdings noch von Mycoplasmen getoppt. Zusammenfassend möchte ich sagen: alles totale Scheiße!
Ich befürchte, dass die Erkrankung bei Hobo chronisch bleibt. Und wie damit umgehen? Da Pasteurellen fast überall schlummern, hilft - vom moralischen Gesichtspunkt abgesehen - eine Isolierung kaum. Bei Kaninchen ist die Infektion gut untersucht und hier empfiehlt man Mast-Betrieben (*örgs*) nur klinisch gesunde Tiere in die Bestände zu holen (dort sind etwa 25 bis 100% der Individuen mit Pasteurellen infiziert.) Grundsätzlich sollte wohl die Erregerdichte ausgedünnt werden - das heisst dann Tiere regelmäßig auswechseln und erkrankte Tiere "ausmerzen" (*örgs2*). Es handelt sich dabei um Empfehlungen für Mastkaninchen, was ich aber damit sagen will: so richtig los werden kann man sie vermutlich nicht, erst recht nicht in der Heimtierhaltung, wo neue Tiere integriert werden und eine Untersuchung auf alle denkbaren offenen oder versteckten Infektionen (Mycos, Pasteurellen, usw.) wohl unrealistisch ist.
Verstärkte Hygienemaßnahmen können aber Helfen, die Erregerdichte zu verdünnen - das betrifft vor allem die Tränken, die wahre Bakterien-Brutstätten sind. D.h. noch mehr abkochen und Tränkenwechsel mit ordentlichem abtrocknen.
Ich werde Hobo noch weiter behandeln. Sollte keine Besserung eintreten, werde ich mit dem Tierarzt eine mögliche Langzeitbehandlung beraten, um zumindest die Symptome für ihn erträglich zu halten. Bis auf das Schnorcheln in den oberen Atemwegen, (was zumindest nicht auftaucht, wenn er schläft, so dass ich hoffe, dass der Schlaf für ihn das ist, was er sein soll - erholsam) ist er aktiv und eine Gewichtsabnahme ist nicht feststellbar. Ob seine "hoboesken" Stimmungsschwankungen mit der Erkrankung zu tun haben oder zu seinem Charakter gehören, vermag ich nicht zu sagen. Da er allerings schon vor Ausbruch der Krankheit so war, gehe ich eher von zweiterem aus ;)
Mit dem Beginn der Integration warte ich also noch etwas.
Labels:
Hobo,
Krankheit,
Pasteurellen,
Tagebuch
Abonnieren
Posts (Atom)

