Jedes Tier hat innerhalb seiner (evolutionär entwickelten) Vorstellungs- und Erfahrungswelt Handlungsoptionen, innerhalb derer es wählen kann. Ständig müssen Sachverhalte abgewogen und Entscheidungen getroffen werden. Bei sozialen Lebewesen kommt noch das Verhalten innerhalb der Gruppe hinzu. Was kann ich wem gegenüber machen oder nicht? Gar nicht so leichte Entscheidungen. Dabei spielt natürlich auch der Charakter eine Rolle. Mr. Ich-will-mit-dem-Kopf-durch-die-Wand wird sich sicherlich mit mehr Nachdruck gegenüber seinen Kollegen durchsetzten als ein Diplomat.
Mein Rudelchef Juri ist zum Beispiel so ein Diplomat. Als Rattenkind hatte er nur herumkaspern im Sinn und bei ihm dachte ich immer: der wird kein Chef, der wird allenfalls ein Chef-Kumpel.
Aufgrund einer Integration mit einer etwas jüngeren Jungsgruppe kam er fast automatisch dennoch in diese Position und es ist interessant zu beobachten, wie er versucht, sich mit relativ milden Mitteln zu behaupten. Ich glaube, lange wird er das so nicht durchhalten....
Aber um Juri sollte es hier eigentlich garnicht gehen, sondern um Joey.
Der kleine "schwarze Teufel" hat eine seltsame Handlungsoption gewählt, seine zwar größeren, aber mit weniger Durchsetzungsvermögen ausgestatteten Brüder zu ... ja ... ärgern? zu quälen?
Er beißt seinen flüchtenden Brüdern in die Schwanzspitzen. Sie versuchen vor ihm meist in Hütten oder Hängematten Schutz zu suchen. Das einzige, was herausschaut oder herunterbaumelt, sind ihre Schwänzchen. Dort beißt er dann beherzt rein. Übrigens auch, wenn gar keine Verfolgungsjagd stattgefunden hat, sondern auch dann, wenn er einfach -aus nur ihn bekannten Gründen etwas gereizt- zufällig des Weges kommt und ein Schwänzchen baumeln sieht, wird ordentlich rein gebissen. Das blutet natürlich fürchterlich und im Dom sieht es regelmäßig aus wie im Schlachthaus.
Dabei weiß er genau, welches Schwänzchen da baumelt, denn wohlweislich beißt er weder Chef Juri noch seinen Bruder Jupp (das aber nicht, weil Jupp ihm überlegen wäre, sondern weil er ein massives sexuelles Interesse an Kastrat Jupp hat.)
Ich finde das Verhalten ungewöhnlich, denn in der Tat habe ich schon viele Verfolgungsjagden erlebt und es wäre ein leichtes, die Gejagten mit einen Biß in den Schwanz aufzuhalten. Das wird aber nicht gemacht.Warum eigentlich?
Weil er seine Brüder immer und immer wieder blutig gebissen hat und sich auch nach längerer Zeit keine Tendenz zur Änderung abzeichnetete, musste ich dafür sorgen, dass sich an seinem Options-Kasten "Gewaltanwendung" etwas ändert - ich habe ihn am 06.08. kastrieren lassen.
Es tut mir Leid Joey, aber im Sinne deiner Brüder ging es wirklich nicht anders.
Nach einer Woche kann ich sagen: sehr gute Entscheidung! Die ganze Gruppe ist sichtlich entspannter, seit Joey keine "Anfälle" mehr bekommt. Alle sind wieder viel aktiver. Auch Jupp wird nicht mehr pausenlos bestiegen, was sich auf beider Stresslevel wunderbar entspannend auswirkt.
Endlich wieder ein lässiges Jungs-Rudel :)
Posts mit dem Label Kastration werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kastration werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Montag, 13. August 2012
Samstag, 20. August 2011
Tag ismirjetztauchegal
Schlunzke wird scheinbar zunehmend unsicher oder orientierungslos. Er ist quietschig beim anfassen und rennt nicht als erstes auf das Sofa zum schubbern sondern unter das Sofa zum...keine Ahnung wozu. Er sitzt da und guckt. Er verbringt da tatsächlich die meiste Zeit des Auslaufes. Er scheint eine Kalibrierung durchzuführen^^...ich hoffe, er justiert sich bald danach neu. In der neuen Wohnung soll gleich gemeinsamer Auslauf starten.
Das sich nun etwas tut merkt man eindeutig an Krausi (der die ganze Choose weit besser verpackt). Er geht weit ungezwungener mit Schlunzke um und er neckt ihn sogar wieder oder wirft sich auch mal auf ihn.
Das sich nun etwas tut merkt man eindeutig an Krausi (der die ganze Choose weit besser verpackt). Er geht weit ungezwungener mit Schlunzke um und er neckt ihn sogar wieder oder wirft sich auch mal auf ihn.
Labels:
Kastration,
Krause,
Schlunzke,
Tagebuch
Mittwoch, 17. August 2011
Tag Vielzuviel (7)
Nach meiner Statistik schubbert und schmiert Schlunzke nur noch 384 Mal anstatt zu Best-Zeiten 397.
Super.
Es wird.
*seufz*
Super.
Es wird.
*seufz*
Freitag, 12. August 2011
Tag 2
Schlunzke ist immer noch ein Hornochse! - aber ich bemerke leichte Momente der Verwirrung, wo er zu überlegen scheint. Krausi hält Abstand und heute morgen hat er das erste Mal seit ewigen Zeiten wieder sein Angstquietschen geäußert...und das erste Mal überhaupt gegenüber seinem Bruder. :(
(Ich muss immer an Pauli denken. Bei ihm hat die Kastration derart schnell angeschlagen, dass er schon nach einem Tag verwirrt im Auslauf stand, sich um sich selbst gedreht hat und die anderen nur beobachten konnte, wie sie herumsprangen. Noch zwei Tage vorher hat er sie aggressiv in den Käfig gescheucht und darauf geachtet, dass sie keine Zehe in den Auslauf setzen.)
(Ich muss immer an Pauli denken. Bei ihm hat die Kastration derart schnell angeschlagen, dass er schon nach einem Tag verwirrt im Auslauf stand, sich um sich selbst gedreht hat und die anderen nur beobachten konnte, wie sie herumsprangen. Noch zwei Tage vorher hat er sie aggressiv in den Käfig gescheucht und darauf geachtet, dass sie keine Zehe in den Auslauf setzen.)
Labels:
Kastration,
Krause,
Schlunzke,
Tagebuch
Donnerstag, 11. August 2011
Tag 1 nach der Kastration...
...Schlunzke ist wahnsinnig gerrrreizt. Schmerzen verstehe ich, aber weshalb fängt er an im Dom zu schmieren - das hat er noch nie gemacht. Ich möchte jetzt Mäuschen in seinem Hormonhaushalt sein...
....Nachtrag: möglicherweise, weil Krausi anders riecht ? Ob ich ihm sagen soll, dass auch er anders riecht?
....Nachtrag: möglicherweise, weil Krausi anders riecht ? Ob ich ihm sagen soll, dass auch er anders riecht?
Kastration
Schlunzke und Krause wurden gestern kastriert. Nachdem ich sie zu Jupp und Juri integriert habe, habe ich doch nach einigen Wochen wieder getrennt. Schlunzke und Krause sind total überdreht sobald es in den Auslauf geht. Entgegen meiner Hoffnung hat sich das nach der Trennung aber nicht geändert. Schmieren, puscheln, borsteln und zwar nahezu non-stop. Hätte ich das so gelassen, wären sie in einigen Monaten ein Fall für den Kardiologen gewesen.
Zum Glück waren sie nicht in der Form aggressiv, dass für Jupp und Juri oder gegenseitig Gefahr für Leib und Leben bestand. Das war auch der Grund, weshalb ich so lange gezögert habe.
Aktuell herrscht noch Katerstimmung im Käfig. Arme Bärchen...
Ich hasse Kastrationen. Nach nahezu 10 Jahren sind das erst Nummer 2 und 3, die ich wegen Hormonen kastrieren lassen muss.
Zum Glück waren sie nicht in der Form aggressiv, dass für Jupp und Juri oder gegenseitig Gefahr für Leib und Leben bestand. Das war auch der Grund, weshalb ich so lange gezögert habe.
Aktuell herrscht noch Katerstimmung im Käfig. Arme Bärchen...
Ich hasse Kastrationen. Nach nahezu 10 Jahren sind das erst Nummer 2 und 3, die ich wegen Hormonen kastrieren lassen muss.
Labels:
Kastration,
Krause,
Schlunzke,
Tagebuch,
Tierarzt
Abonnieren
Posts (Atom)